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Dekonstruktion von stereotypen Narrativen

In einer bi-direktionalen Unterhaltung jüdischer und nicht jüdischer Menschen tauschte man sich anhand von Begriffen politischer und alltäglichen Lebenswelt, wie Familie, Feste, Identität, Freunde, Heimat, Grenzen, Realität, Genderbilder, Technik, Macht, Glaube, Essen, Aneignung, Sprache, Musik, … aus. In den Gesprächen kristallisierte sich heraus, welche Begriffe Relevanz hatten, welche Begriffe unwichtig waren und welche hinzugefügt werden mussten. In einem Bottom Up Verfahren entsteht damit ein Begriffsarchiv, um das sich Videogespräche formieren, die den aktuellen Diskurs eines Themas über den Tausch von individuellen Lebenswelten abbilden, ohne dabei – wie etwa bei einem Leitfragen orientierten Interview, von Vorannahmen und Vorurteilen gesteuert zu sein. Dabei war die Interaktion mit den Karten offen (wählen, ziehen, abwechselnd befragen, …). Satzkonstruktionen zum Gebrauch der Begriffe mussten selbst gebildet werden (eine Frage, eine eigene Geschichte, ein Anknüpfungspunkt, …). Es gab keine Hierarchie zwischen Fragendem und Gefragtem, das Gespräch konnte sich entsprechend der Kommunikation und Dynamik der beteiligten Gesprächspartner*innen frei entwickeln. Bisher wurden etwa 30 einstündige Gespräche in Deutschland und Israel geführt.