Stone, Paper

Ein Projekt von Deborah Holtz, Tilia Dahlke und Saskia Schäfer,
Europa-Universität für angewandte Wissenschaften Berlin
mit Prof.*in Katharina Mayer

Die Grundlage unseres Projektes ist das Buch »Stein, Papier« von Tomer Gardi. Das Buch reflektiert sein Leben, das Dritte Reich, den Holocaust und die Vertreibung der Palästinenser*innen bei der Gründung des Staates Israel. Tomer Gardi wuchs in einem Kibbuz im Norden Israels auf. Später erfährt er, dass das Museum des Kibbuz aus den Steinen eines zerstörten arabischen Dorfes in der Nähe gebaut wurde. Als er tiefer in die Geschichte eintaucht, werden Unmoral und Ungerechtigkeiten der Israelis gegenüber den palästinensisch-arabischen Bewohner*innen dieser Region aufgedeckt. Diese Erzählung spiegelt eine aufrichtige, ehrliche Interpretation des andauernden Konflikts zwischen Israelis und Palästinenser*innen wieder, indem sie den Leser*innen die Realität einer Nation vor Augen führt, die ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit versteckt hat.

Bis zum heutigen Tag ruht die Last dieses Konflikts auf den Schultern der Menschen auf nationaler und internationaler Ebene. Die Hauptobjekte in seinem Buch sind Stein und Papier. Steine symbolisieren die Häuser, Mauern oder Brücken, die wir bauen, und repräsentieren sowohl Zerstörung als auch die Schöpfung – gleichzeitig sind sie Problem und Lösung. Mit Worten gefülltes Papier, das Menschen teilen, ihre Geschichten und Ereignisse dokumentieren und bewahren. Papier, das trennt oder versöhnt.

Unsere zentrale Idee ist es, Stein und Papier in den Fokus unseres Projekts zu stellen. Wir wollen eine Ausstellung gestalten, die auf der Korrelation der deutschen, israelischen und palästinensischen verbundenen Geschichte und Zukunft durch die Brücken und Mauern, die wir bauen und die Worte, die wir formulieren, basiert. Wir planen, Erzählungen der drei Nationen zum Thema Heimat, Trennung und Konflikt zwischen Juden und Araber*innen aufzunehmen und zu dokumentieren. Durch reflektierende Symbolik und Interaktion werden wir die Erzählungen durch Video-, Text- und Bild Installationen projizieren, während wir schriftliche Kommentare auf Papier und Lehm-Stein-Mauer-Strukturen entwerfen, um weitere Interpretationen und Perspektiven zu unseren gegenwärtigen Rollen hinzuzufügen.

Wir wollen jede*m Teilnehmer*in die Chance geben, ein physischer Teil des Projekts zu sein, indem er/sie seine Geschichten auf Stein und Papier bringt. Die Teilnehmer*innen werden mit uns über ihre Geschichten sprechen, während sie gleichzeitig Steine aus Lehm bauen. Danach werden sie ihre Gedanken auf Papier schreiben und so auf Papier platzieren, wie sie es gerne möchten. Das Papier wird Teil des Steins und der Wandstruktur, während sie ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft darstellen, unser Fundament. Es liegt an den Teilnehmer*innen selbst, wie diese Struktur sich gestaltet.

Was würdest du mit einem Stein machen? Würdest du ihn benutzen, um ein Haus zu bauen? Für Mauern zum Trennen oder als Waffe, um die Mauer zu zerstören? Würdest du sie wieder aufbauen, was zerstört oder gestohlen wurde? Würdest du ihn auf einen Berg tragen mit jemandem, dessen Volk Ihnen tiefes Unrecht zugefügt hat? Oder würdest du die Last von Tonnen von Steinen auf deinem Rücken tragen, dein*e Nachbar*in sich schwerelos vom Schmerz fühlt, während Sie gemeinsam zu Gerechtigkeit und Freiheit gehen? Würdest du gemeinsam als Familie eine Brücke zum nächsten Berg bauen?