Überwindung exklusiver Narrative

Ein Projekt von Janna Lichter
Hochschule Düsseldorf
mit Prof.*in Anja Vormann

Visuelle Kommunikation in Konfliktsituationen: Israel und Palästina

Das Projekt »Overcoming exclusive Narratives« erforscht multimediale Kommunikationsräume zwischen jungen israelischen und palästinensischen Frauen. In Israel und Palästina haben sich die religiösen und ethnisch-nationalistischen Konflikte im Laufe der Jahrzehnte verschärft. Die Trennung der Gesellschaften hindert die beiden Gruppen daran, sich mit gepflegten Vorurteilen und Feindbildern zu treDas Projekt » Overcoming exclusive Narratives « erforscht Kommunikationsräume junger israelischer und palästinensischer Frauen. In Israel und Palästina hat sich der religiöse und ethnisch-nationalistische Konflikt über Jahrzehnte verschärft. Die Separierung der Gesellschaften verhindert die Begegnung beider Gruppen und hält Vorurteile und Feindbilder aufrecht. Interviews, Videos, Audioaufnahmen und Fotografien ermöglichen einen Austausch zwischen Frauen, um exklusive Narrative zu überwinden und die Existenz anderer Narrative zu akzeptieren.

Im Rahmen der Hochschule Düsseldorf und des forumZFD in Jerusalem untersucht das Projekt »Overcoming exclusive Narratives « Gestaltungsmethoden und Werkzeuge für multimediale Kommunikationsräume für Konfliktgruppen. Alle Projektphasen sind mit der Auseinandersetzung eigener und anderer Narrative verbunden und stehen in einem ständigen Forschungsprozess. Durch die Dekonstruktion und Konstruktion von multimedialen Narrativen werden neue Denkweisen ermöglicht, die emotional geprägte Muster auflösen können. Das Projekt versucht soziale und psychologische Prozesse sichtbar zu machen, deren Rückschlüsse auf andere Konstrukte übertragbar sind.

Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt: (1) Archivierung multimedialer Narrative der Teilnehmerinnen, (2) Austausch des Materials zwischen allen Teilnehmerinnen und (3) Teilnehmerinnen führen ein Rollenspiel verschiedener Narrative durch. In der ersten Phase erhalten die israelischen und palästinensischen Frauen die Möglichkeit, über ihre Identität, Kultur und Konflikte zu sprechen. Es entsteht ein Archiv aus Texten und Fotografien persönlicher Erzählungen. In der zweiten Phase sichten die jungen Frauen das Bildmaterial, lernen andere Teilnehmerinnen kennen und machen sich Notizen zu ihrem neuen Wissen. In der letzten und dritten Phase folgt ein mit der Kamera dokumentiertes Rollenspiel, in dem sich die Teilnehmerinnen in die Lage einer anderen Person versetzen können, um paradoxes Denken herauszufordern. Eine nachhaltige Begegnung zwischen den Frauen kann nur entstehen, wenn jede die Möglichkeit erhält, sich an der kollektiven Sammlung von Narrativen zu beteiligen und ihr Wissen für den Austausch zur Verfügung stellen möchte. Während des Projekts sind die beiden Gruppen immer auf Augenhöhe und sehen das Potenzial ihrer neuen Bekanntschaften.